Was versteht man unter Bonität?

Bonität ist vom lateinischen bonitas, "Vortrefflichkeit" abgeleitet und beschreibt die Kreditwürdigkeit einer natürlichen Person oder eines Unternehmens.

Die Bonität lässt Rückschlüsse zu, ob ein Kreditnehmer aufgenommene Kredite zurückzahlen kann und will. Mit Hilfe der Bonität eines Kreditnehmers können z.B. Banken die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens schon im Vorfeld besser abschätzen.

Die Bonität beinhaltet im Prinzip zwei Kriterien von denen die wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit im Vordergrund steht.

Bei der persönlichen Kreditwürdigkeit eines Kreditnehmers wird die Zuverlässigkeit und Zahlungswilligkeit bewertet. Hierbei sind, bei natürlichen Personen, die persönliche Situation, wie z.B. beruflicher Stand, die Sicherheit des Arbeitsplatz und sonstige Einkommen relevant.

Bei Unternehmen steht das Management und die Bilanz im Vordergrund. Um eine gute Bonität nachzuweisen werden Daten wie Einkommensnachweise, Bilanzen usw. zur Auswertung hinzugezogen.

Kreditinstitute müssen ihre Kreditrisiken einschätzen können und nutzen dazu unter anderem den Bonitätsindex einer Person.

Ohne selbst jemals Kredite zu vergeben, ermitteln auch sogenannte Ratingagenturen wie z.B. die Schufa, Kreditreform etc. permanent die Bonität von Schuldnern, um den Gläubigern ihr Ergebnis entgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Die Bonität wird in verschiedenen Abstufungen, in sogenannten "scores" oder "Ratings" ausgedrückt. Diese Bonitätsstufen geben Auskunft über die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredits.
Eine gute oder sehr gute Bonität bedeutet geringe Ausfallwahrscheinlichkeit.
Ein Kreditnehmer mit einer sehr schlechten Bonität bedeutet eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit und wird deshalb nur schwer einen Kredit erhalten.

Ein Beispiel:
Das Rating von Creditreform hat 8 Stufen die die Ausfallwahrscheinlichkeit festlegen:

Ausgezeichnete Bonität: Ausfallwahrscheinlichkeit 0,10 %
Sehr gute Bonität: Ausfallwahrscheinlichkeit 0,44 %
Gute Bonität: Ausfallwahrscheinlichkeit 0,99 %
Mittlere Bonität: Ausfallwahrscheinlichkeit 1,87 %
Angespannte Bonität: Ausfallwahrscheinlichkeit 6,94 %
Sehr schwache Bonität: Ausfallwahrscheinlichkeit 17,27 %
Massive Zahlungsverzüge: Bonitätsindex 500,
Harte Negativmerkmale: Bonitätsindex 600.

Was macht man bei schlechter Bonität?

Ist die Bonität berechtig schlecht, weil z.B. Kredite nicht zurückgezahlt wurden dann sieht es schlecht aus. Ziel kann es nur sein sich mit Gläubigern zu einigen und Schulden zurück zu zahlen. Vorher bekommt man die Schufa nicht „sauber“.

Wer aber meint, seine Bonität sein zu unrecht schlecht, kann natürlich der Sache nachgehen. Als erstes sollte man seine eigene Schufaauskunft einholen.
Denn laut Statistiken sollen rund 40 Prozent aller Daten, die in der Schufa vorhanden sind, Fehler enthalten. Vielleicht sind alte Daten nicht gelöscht oder gänzlich falsche Daten vorhanden. Es ist also durchaus möglich, dass die eigene Bonität aufgrund falscher Schufa-Daten schlechter eingeschätzt wird, als sie tatsächlich eigentlich ist.
Fehlerhaften Daten sollte man schnell korrigieren lassen, denn die Schufa ist nach wie vor für die meisten Banken die erste und wichtigste Informationsquelle!


 

 

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